Mühlbach

Mühlbach wurde im Jahre 1290 erstmals urkundlich erwähnt, als Heinrich von Brettach dem Wilhelmitenkloster Mariental bei Hagenau eine Kapelle stiftete, woraus ein Kloster dieses Ordens entstand. Im 14. Jahrhundert kaufte Eppingen die beiden Weiher an und um 1546 erwarb Eppingen ebenfalls das Kloster und seine Güter. Zu Beginn des 19.Jahrhunderts wurde Mühlbach eine selbstständige Gemeinde und erhielt 1846 auch ausreichend Waldungen. In den folgenden Jahrzehnten bestimmte das Steinhauergewerbe in den heimischen Keupersandsteinbrüchen die wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Viele Gebäude in der Ortsmitte, darunter auch das 1903 als Rat- und Schulhaus erbaute Rathaus, sind Zeugen einer hohen Sandstein-Baukunst. Seit 1998 befindet sich im Rathaus-Untergeschoss das Steinhauermuseum. Es erzählt die Geschichte von den Anfängen des Sandsteinabbaus über die Blütezeit bis zum Niedergang. Vom 1. Mai bis zum 31. Oktober ist es immer sonntags von 14.00 bis 16.00 Uhr geöffnet. Ebenso die parallel dazu seit einigen Jahren stattfindende Sonderaustellung namhafter Künstler. Sonderführungen im Museum und der Ausstellung sowie Besichtigungen des Steinbruchs und der dort tätigen Steinmetzbetriebe sind jederzeit möglich nach Voranmeldung bei der Verwaltungsstelle (Tel. 07262/4335).

Mühlbach wurde 1972 als größter Stadtteil Eppingen eingemeindet und hat heute 2.087 Einwohner. Aufgrund seiner schönen Waldrandlage und seinen vielseitigen Freizeitangeboten, wie z.B. das Hallenbad, der Badesee und viele Wandermöglichkeiten, hat sich Mühlbach mit seinen schönen Neubaugebieten immer mehr zu einer bevorzugten Wohngemeinde entwickelt. Durch die Stadtbahnhaltestelle in Eppingen und Sulzfeld bieten sich hervorragende Ausflugs- und Wandermöglichkeiten für Gruppen und Familien mit Kindern über die Ravensburg bei Sulzfeld oder den ehemaligen Wallfahrtsort Ottilienberg mit guten Einkehrmöglichkeiten in den Mühlbacher Gaststätten. Ein vielfältiges Kultur- und Vereinsleben zeichnet den Ort aus. Höhepunkt ist das jährlich stattfindende "Kuckucksholen" am Dienstag nach Pfingsten, dem zweiten Kirchweihtag, das auf einen Frühlingsbrauch aus altgermanischer Zeit zurückgeht. Alle zwei Jahre im Wechsel findet im Sommer ein Brunnenfest der örtlichen Vereine in der Ortsmitte und im Spätherbst in der Bürgerhalle statt. Der 2005 fertiggestellte neue Rathausplatz eignet sich hervorragend für Feste, kulturelle Ausstellungen oder Konzerte im Freien.