Sanierungsprogramm bringt neue Perspektiven

Verkehrsbelastung bleibt Dauerthema

Einwohnerversammlung im Stadtteil Richen am 20.09.2018

Eine positive Bilanz der Entwicklung des Stadtteils zogen die Teilnehmer der Einwohnerversammlung im Stadtteil Richen am 20. September. Einmal mehr standen die Verkehrsbelastung und die Ortsumfahrung im Mittelpunkt. Unbestritten ist die dringende Notwendigkeit einer Umgehungsstraße sowohl bei Oberbürgermeister Holaschke als auch beim Ortsvorsteher und Ortschaftsrat sowie in der Bürgerschaft. „Zuletzt im Mai habe ich mich an den Verkehrsminister wegen der Ortsumfahrung Richen gewandt“, betonte Oberbürgermeister Klaus Holaschke. Die Stadt werde in ihren Bemühungen nicht nachlassen. Allerdings ist die Ortsumfahrung in weite Ferne gerückt, weil das Land in der Fortschreibung des Generalverkehrsplanes das Projekt aus dem vordringlichen Bedarf herausgenommen hat. „Momentan sehen ich leider kein Licht im Tunnel“, meinte das Stadtoberhaupt resigniert. Dass die Ortsdurchfahrt Ittlingen um wenige Meter zum Bahngleis hin verlegt werden soll, nannte ein Bürger erbost einen Fall für den Rechnungshof. Vielleicht müsse man wie andernorts auch in Richen eine Bürgerinitiative gründen, damit hinsichtlich der Ortsumfahrung etwas geschieht. Moniert wurden die abgesackten Kanalschächte in der Ittlinger Straße, die unter dem extrem hohen Verkehrsaufkommen mit starkem Schwerlastanteil leiden und laut klappern. Auch die vielen Schwertransporte und damit einhergehende Parkverbotsschilder auf den Gehwegen sind in Richenern ein Dorn im Auge. Beanstandet wurde auch, dass das Ortsbild gerade in der Ittlinger Straße unter der enormen Verkehrsbelastung leide und die Eigentümer Investitionen in die Verschönerung scheuen. Eine Hürde seien auch die strengen Vorgaben des Denkmalschutzes. Der Oberbürgermeister wies darauf hin, dass die Stadt nicht alle Häuser erwerben könne. Durch das Sanierungsverfahren des Landes und das freiwillige Fassadenförderprogramm der Stadt gibt es finanzielle Hilfen für die Hausbesitzer. Wenigstens hat das Land zugesagt, vor dem Jubiläum „1250 Jahre Richen“ in 2019 den Straßenbelag in der Ortsdurchfahrt zu erneuern.

Viel getan hat sich im zweitkleinsten Stadtteil mit 1.724 Einwohnern. Bürgermeister Peter Thalmann rief den Neubau des Kreisverkehrs Gemminger Straße/Stebbacher Straße, die Neugestaltung der Stebbacher Straße und die Sanierung der Berwanger Straße in Erinnerung. „Voraussetzung war das gemeinsam mit der Bürgerschaft entwickelte Ortsentwicklungskonzept“, unterstrich der Baubürgermeister. Rechtzeitig zum Ortsjubiläum im kommenden Jahr wird das Angebot auf dem Spielplatz beim Bolzplatz um ein Wikingerdorf erweitert. Über 180.000 Euro lässt sich die Stadt dieses Projekt kosten. Ebenso wird der Platz in der Endgasse als Bürgerprojekt neugestaltet. Und die Fußwegverbindung, mit der das Wohngebiet „Kirchardter Berg“ über den Birkenbach mit dem Ortskern verbindet, soll 2019 mit hoher Landesförderung realisiert werden. Derzeit prüft die Stadt, ob hierfür ein Brückenbauwerk oder eine Rampe benötigt wird. Die beiden Kleinspielplätze im Baugebiet „Fischersrain“ und “Heiligenberg“ sollen auf Anregung des Ortschaftsrates geschlossen werden. Durch den Verkauf der Grundstücke wird ein Teil der genannten Zukunftsprojekte gegenfinanziert. Die Geburtenzahlen in Richen sind stetig steigend. Zuletzt erblickten 26 Richener Neubürger die Welt. Deshalb wird der städtische Kindergarten um eine Kleingruppe mit zwölf Plätzen erweitert.

Internetveröffentlichung: 26.09.2018

Mittwoch, 26. September 2018 09.31 Uhr