Besonderheiten
Markante Gebäude
- Verwaltungsstelle – ehemaliges Rathaus von 1879
- Schulhaus im Jugendstil von 1907
- Außerdem zwölf Wegkreuze aus der Zeit von 1720 bis 1923, drei Kapellen (Marienkapelle, Herz-Jesu-Kapelle, Joh.-Nepomuk-Kapelle)
- Neue Rastbänke
Auf Rohrbacher Gemarkung befinden sich etliche Sitzbänke, die in und um den Ort zum Ausruhen und Verweilen einladen. Ende Mai 2023 wurde die Zahl nochmals erhöht. Finanziert wurde dies durch eine großzügige Spende der ehemaligen CDU-Reisegruppe Rohrbach, um an exponierten Stellen weitere Sitzgelegenheiten und Tisch-Bank-Ensembles aufzustellen. In Zusammenarbeit mit dem Bauhof wurden die gestifteten Teile und entsprechende Hinweistafeln angebracht. - Eulenhorsthütte
Die Eulenhorsthütte im Birkenwald dient als Rast- und Wandertreff und bietet einen weiten Blick über den Kraichgau
Kulturdenkmal Alte Seifensiederei – Haus Karg
Haus Karg Kulturdenkmal „Alte Seifensiederei“ Das „Haus Karg“, benannt nach der Familie, die es bis 2015 bewohnte, wird von den alteingesessenen Rohrbachern auch „Brigglehöfle“ bzw. „Prügelhof“ oder „Pfahlhof“ genannt. Wie es zu dem Namen kam, ist nicht eindeutig belegt. Das kleine Haus liegt in der sumpfigen Aue des Rohrbachs, „außen im Dorf“ und „jenseits“ der Brücke über den Bach an der „Kirchgasse“. Der Name könnte darauf hin[1]deuten, dass das Haus auf hölzernen Pfählen steht, die das Fundament des Gebäudes im sumpfigen Untergrund bilden. Das genaue Alter des kleinen Anwesens kennen wir nicht. Möglicherweise wurde es schon bald nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) erbaut. Der rechte Teil des Haues ist in alten Archivquellen bereits im 18. Jahrhundert erwähnt, der Anbau kam 1807 dazu, wie auch die Jahreszahl und die Initialen FRM über dem Hauseingang belegen. Der erste namentlich fassbare Besitzer des Hauses ist Karl Franck, der das Haus spätestens im Jahr 1800 an Franz Rittelmann und seine Ehefrau weitergab. Franz Rittelmann war ein Seifensieder aus Württemberg und heiratete die Rohrbacherin Maria Margaretha Franck. Das Ehepaar hatte 13 Kinder, von denen allerdings neun bereits als Säugling starben. Franz Rittelmann errichtete 1807 den Anbau des Hauses mit den Initialen „FRM“. Im Anbau betrieb er sein Handwerk der Seifensiederei, wo die Seife in Kesseln über einem offenen Feuer gekocht wurde. 1822 war er in finanzielle Nöte geraten und musste den Hausanbau an die unverheiratete Tante seiner ersten, inzwischen verstorbenen Ehefrau verkaufen. Nach dem Tod Rittelmanns (1829) und der Tante namens Maria Anna Gartner (1843) kaufte der Rit[1]terwirt Franz Joseph Rupp das Haus in einer öffentlichen Versteigerung. Er verkaufte es 1844 an den Nagelschmied Nikolaus Maier weiter, der es schon 1847 gegen das Haus des Steuererhebers Johann Heinzmann tauschte. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts gehörte das Häuschen mit Anbau vor allem Handwerkern wie Bäcker Karl Joseph Wickenhäuser, Maurer Valentin „Veltin“ Kautzmann, Schmied Julius Wickenhäuser und schließlich Schuster Johann Georg Zorn. Über die Tochter Rosa, die den Maurer Franz Josef Karg heiratete, kam das Haus 1916 in den Besitz der Familie Karg. Der Enkel Ludwig Karg lebte bis 2015 in diesem Haus. Nachdem das Haus unbewohnt war, verfiel es zusehends. Einige engagierte Rohrbacher Bürger wollten dies nicht hinnehmen und gründeten die „Interessensgemeinschaft zum Erhalt des Hauses Karg“. In der Sitzung des Technischen Ausschusses präsentierte die IG ihre Konzeption zur Rettung des Gebäudes und zur geplanten Finanzierung der Sanierungskosten über Spenden, Förderungen und städtischen Haushaltsmitteln. Mit Erfolg ! Baubeginn für die Sanierungsarbeiten war am 04.03.2023. Mit im wahrsten Sinne des Wortes „tatkräftigen“ Unterstützung der engagierten Rohrbacher Bürger und verschiedener Handwerksbetriebe konnte die Einweihung zum „Tag des offenen Denkmals“ am 14.09.2025 gefeiert werden.
Geschichte aus dem Archiv
Fas Gebäude Gochsheimer Straße 11 gehörte bereits seit 1916 der Familie Karg, als die Ehefrau des Maurers Franz Josef Karg, Rosa geb. Zorn, dieses von dem Schuster Johann Georg Zorn erbte. Das kleine Anwesen, das im Feuerversicherungsbuch als „einstöckiges Wohnhaus mit Balkenkeller im Sockel und einem zweistöckigen Anbau mit Stall“ beschrieben wird und „außen im Dorf an der Kirchgasse“ lag, gehörte im 19. Jahrhundert vor allem Handwerkern, wie Bäcker Karl Joseph Wickenhäuser und Maurer Valentin „Veltin“ Kautzmann. Vor 1852 wohnte der Steuererheber Johann Heinzmann ein paar Jahre darin, der es von Nikolaus Maier, einem Nagelschmied, gekauft hatte.
Von 1822 bis zu ihrem Tod 1843 wohnte die ledige Maria Anna Gartner in dem kleinen Haus. Sie hatte es bei der Versteigerung des Anwesens 1822 von dem Seifensieder Franz Xaver Rittelmann erworben.
Im Feuerversicherungsbuch von 1815 ist das Anwesen entsprechend als ein Haus mit Anbau, darin die Seifensiederei, beschrieben.
Ob Rittelmann das Haus selbst gebaut oder es von einem Vorbesitzer erworben hat, lässt sich anhand der Rohrbacher Güter- und Feuerversicherungsbücher im Stadtarchiv nicht feststellen. Die vorhandenen Rohrbacher Grundbücher, in denen jeder Besitzwechsel dokumentiert wird, beginnen erst 1818, also später noch als das erste Feuerversicherungsbuch von 1815.
Laut dem Rohrbacher Familienbuch kam Rittelmann vermutlich kurz vor 1800 nach Rohrbach. Er war in erster Ehe mit der Rohrbacher Bürgers- und Weberstochter Maria Margaretha Franck verheiratet. Das genaue Heiratsdatum ist nicht bekannt, nur dass das erste Kind im März 1800 in Rohrbach geboren wurde. Das Haus von Franz Xaver Rittelmann stand auf der Allmende, wofür der Hausbesitzer der Gemeinde jährlich 1 Gulden zahlen musste, wie die Gemeinderechnungen – bzw. deren Beilagen belegen (was auch im Grundbuch 1822 erwähnt wird). Im jährlichen Abgaben-Verzeichnis taucht der Name Franz Rittelmann im Jahr 1800 das erste Mal auf und tritt an die Stelle des vorher zahlenden Karl Franck. Daraus lässt sich schließen, das Rittelmann das Haus von Franck übernommen hat. Damit wäre das Haus auch älter als die Jahreszahl 1807 über dem Eingang, die dann nur eine bauliche Veränderung dokumentiert.
Wie Pfarrer Tschacher schon feststellte, taucht weder bei Friedrich Hodecker noch in den Akten und Grundbüchern der Gemeinde der Name Pfahlhof auf. Auch ein Verzeichnis der Rohrbacher Hofgüter von 1837 kennt den Namen nicht, die Hofgüter (hier 15 an der Zahl) sind mit Nummern bezeichnet, die auch im Lagerbuch von 1749 ff. als Bezeichnung auftauchen. In diesem Lagerbuch ist es mir nicht gelungen, das Haus von Rittelmann bzw. Karl Franck eindeutig zu identifizieren.
Eine definitive Datierung des Hauses und der Nachweis, ob es tatsächlich im Kern „das älteste Haus“ im Ort ist, lässt sich vermutlich nur durch eine dendrochronologische Untersuchung bestimmen.
Recherche von Manfred Tschacher
Bauwerksbeschreibung und Baugeschichte
Das kleine Gebäude Gochsheimer Str. 11 überrascht durch seinen komplexen Baukörper. Es besteht heute aus vier verschiedenen Gebäudeteilen.
Wohnhaus
Der älteste Gebäudeteil ist das kleine einstöckige Wohnhaus mit Balkenkeller. Ursprünglich war es außer dem Sockel in Fachwerkbauweise errichtet. Erhalten ist im Innern noch die ursprüngliche Raumaufteilung. Im Erdgeschoss: Kleiner Flurbereich mit Treppenaufgang in den Speicher, Küche und großer Stube. Sie wurde wohl ursprünglich von der Küche beheizt und von ihr war vielleicht nördlich eine Kammer abgeteilt. Heute ist der Raum in Leichtbauweise in zwei Räume geteilt. Im südlichen Bereich ist eine Dusche eingebaut. Dieser Raum kann leicht wieder rückgestaltet werden. Der Speicher ist noch original erhalten. Neben verschiedenen historischen Gegenständen (u.a. alter Fernseher) befindet sich auf dem Speicher die beeindruckende große Modelleisenbahn des verstorbenen Hausbesitzers. Über dem Speicher ist auch noch eine kleine Tenne.
Das Innere des Wohnhauses weist noch die originalen Fachwerkwände mit Lehm-Flechtwerkfüllungen auf, originale Balkendecken mit Lehmwickel, historische Dielenböden, alte Türen und Reste der Wandvertäfelung in der Stube sowie der Ausmalungen. Auch ist noch der originale Dachstuhl vorhanden. Ebenso besitzt das Haus noch verschiedene Einrichtungsgegenstände aus den letzten 100 Jahren (Schüttstein, Küchenbuffet, Bett, Schrank, Tisch, Wandkreuz). Aufgrund späterer Überbauungen lässt sich der ursprüngliche Zugang zum Haus nur schwer ausmachen. Der niedrige von außen zugängliche Keller besitzt noch die originale Balkendecke mit Lehmwickel und wohl auch die originale Wände aus Bruchsteinmauerwerk. Im Bereich unter der Küche gibt es eine Abmauerung aus gehauenen Sandsteinen. Der Fußboden ist mit Sandsteinplatten ausgelegt. Auch gibt es einen vermauerten? Zugang zum neueren Anbau.
Von den Außenwänden des Wohnhauses sind noch original: die nördliche Fachwerkgiebelwand sowie das heute verputzte Fachwerk vom Speicher im Südgiebel. Die Südgiebelwand wie auch die Westmauer zur Straße sind im 20. Jahrhundert mit Backsteinen und die rückwertige Ostwand mit Zementsteinen neu errichtet worden. Die Fenster sind alle neuzeitlich und sind so auch ein Zeitdokument.
Anbau
Der Anbau ist spätestens 1807 errichtet worden. Diese Jahreszahl ist auf dem Türsturz der heutigen Eingangstüre zu sehen. Das Feuerversicherungsbuch von 1815 bezeugt, dass im Anbau damals eine Seifensiederei eingerichtet war: „Haus mit Anbau, darin Seifensiederei“, (Recherche Frau Petra Binder). Der Anbau selber besteht aus wohl aus zwei Bauphasen. Im Erdgeschoss befinden sich ein Zugang mit kleinem Flur zum Wohnhaus sowie ein zuletzt als Stall genutzter großer hoher Raum, die ursprüngliche Seifensiederei. Sie hatte eine Verbindung zum Keller des Wohnhauses, der wohl auch in dieser Zeit gewerblich mitgenutzt wurde. Später wurde der Gewerberaum als Stall genutzt. Aus dieser Zeit stammt eine Futterkrippe und in der Wand zur Straße die Reste der Sandsteingewände von Schweineställen.
Im ersten Stock des Anbaus befindet sich eine vom Erdgeschoss des Wohnhauses über eine Treppe zugängliche Kammer. Da der Hausgang im 1. Stock in die Kammer hineinkragt, bildet sich darüber in der Kammer eine Wandnische, die als Alkoven genutzt wurde. In der Kammer stehen auch noch zwei Schränke sowie Kommoden des 19. Jahrhunderts. Über der Kammer ist ein kleiner Speicher. Die Außenmauern des Erdgeschosses sind mit gehauenen Sandsteinen errichtet. Im 1. Stock ist Fachwerk mit Bruchsteinfüllungen. Original ist auch noch der Dachstuhl.
Vom Flurbereich im Erdgeschoss des Wohnhauses gelangt man über eine Treppe auch zu einem Durchgang, der sich im Anbau über dem Gewerberaum im 1. Stock neben der Kammer befindet. Seine Rückwand hat dieser Durchgangsgang mit dem Gewerberaum gemeinsam. Sie ist im Gegensatz zu der Außenmauer der Kammer nicht in Fachwerk, sondern mit gehauen Sandsteinen ausgeführt. Dies wie auch der über den Gang verlängerte Dachstuhl könnten auf eine spätere Erweiterung des Anbaues hindeuten. Die früheren Bewohner nutzten den Gang zum Trocknen der Wäsche (nach Auskunft von Herrn Robert Maierhöfer). In der Seifensiederei dürfte er daher wohl zum Trocknen der Seifen gedient haben.
An den Anbau ist eine Garage des 20. Jahrhunderts angebaut, deren Rückwand eine ältere Backsteinmauer ist.
Auf der Südseite des Wohnhauses liegt ein sehr erhaltenswerter kleiner Bauern- bzw. Rosengarten.
Konzept
Das kleine Anwesen Gochsheimer Straße 11 dokumentiert in einmaliger Weise eine dörfliche Seifensiederei um 1800. Zu dieser Zeit wurde das ältere aus dem 18. oder späten 17. Jahrhundert stammende kleine Wohnhaus mit Gewerbeanbauten erweitert: Anbau der Seifensiederei mit Ausbau des Kellerbereichs unter dem Wohnhaus und Trockengang neben der Kammer im Anbau. Das Gebäude stand auf Allmendboden und gehörte somit wohl nicht zu einem Gehöft. Es befand sich außerhalb des Ortes jenseits der Brücke über der Rohrbach an der damaligen Kirchstraße (Recherche Frau Petra Binder). Die Lage der Seifensiederei außerhalb des Ortes dürfte aufgrund des Geruches erfolgt sein.
Der Innenausbau im Wohnhaus wie auch im Anbau ist großenteils noch erhalten, einschließlich historischer originaler Einrichtung ihrer ehemaligen Bewohner. Allein schon aus Denkmalschutzgründen ist das Gebäude höchst erhaltungswürdig. Leider sind in Rohrbach nur noch wenige historische Gebäude aus dieser Zeit vorhanden.
Aufgrund des historischen Befundes und seiner günstigen heutigen Lage inmitten des Ortes und in der Nähe und damit in Anbindung an die Dreschhalle eignet sich das Gebäude sehr für ein Ortsmuseum. Das Gebäude allein lässt nachvollziehen das karge Leben der Vorfahren und zeugt von einem heute untergegangenem Handwerk der Seifensiederei. Auch könnte über Schautafeln in bestimmten Räumen neben der Geschichte des Gebäudes die Ortsgeschichte kurz dargestellt werden.
Eine Renovierung sollte keine baulichen Veränderungen vornehmen, sondern nur reparieren. Die neuzeitliche Garage ist nicht erhaltenswert. Auch sollte die Stube als Ausstellungsraum im Erdgeschoss des Wohnhauses durch die Beseitigung der Dusche wiederhergestellt werden. Eine Bereicherung für das Ortsbild wäre die Freilegung des Fachwerkes im Südgiebel. Die Straßenseite weist bei den Fenstern Setzungsrisse auf. Hier wäre die Statik zu überprüfen. Der Erhalt des Gebäudes und seine Nutzung als Museumshaus würde das Ortsbild von Rohrbach ungemein aufwerten.
Freizeitstätten
Am Ortsrand von Rohrbach befindet sich das Sportgelände (Landshäuser Straße) mit Rasenfußballplatz, Kunstrasenplatz, Beachvolleyballfeld, Kleinspielfeld, Boulebahnen und Tennisgelände mit vier Plätzen werden für Jung und Alt viele Sportmöglichkeiten geboten. Seit kurzem bieten sogenannte Bewegungshaltestellen parallel zu den Sportplätzen die Möglichkeit, sich auch ohne Hilfsmittel auf vielfältige Weise sportlich zu betätigen.
Rohrbacher Persönlichkeiten
- Dekan Otto Meckler,
* 19.09.1892 in Rohrbach - 17.08.1944 in Messkirch
Biografie von Dekan Otto Meckler (PDF-Dokument, 369,12 KB, 06.02.2025) - Pfarrer Anton Fränznick,
* 09.08.1889 in Rohrbach - Januar 1944 im KZ in Dachau - Dr. Ludwig Veith, Sprachforscher, u.a. zu Rohrbacher Dialekt,
* 09.09.1889 in Rohrbach - 11.06.1918 im 1. Weltkrieg - Professor Gustav Rupp, Geheimrat, Lebensmittelchemiker
* 29.04.1853 in Rohrbach - 22.06.1944 in Karlsruhe - Generalvikar u. Militäroberpfarrer Dr. Anton Leinz,
*14.09.1851 in Rohrbach - 24.12.1927 in Unteruhlingen - Oberst und französischer Reichsbaron Johann Christian Kuhmann,
* 14.05.1744 in Rohrbach - 18.01.1807 in St. Syr, Frankreich
Publikationen
- Rohrbach am Gießhübel, Heimatbuch von 1973 + Bildband
- Rohrbach am Gießhübel in Vergangenheit und Gegenwart von Kaplan Friedrich Hodecker (von 1929)
- 200 Jahre Pfarrkirche St. Valentin von 1989
- Ortssippenbuch: „Familien in Rohrbach am Gießhübel von 1620 bis 2000“ von Kurt Frei
- Mehrere Festschriften zu Vereinsjubiläen






















