Richen
Der Ort Richen

Im lieblichen Tal der Elsenz, zwischen den beiden Städtchen Eppingen und Sinsheim, liegt der Marktflecken Richen. Der Ort wurde 769 erstmals im Lorscher Codex erwähnt. Ortsadel ist von 1240 bis ins 14. Jahrhundert und eine Burg 1335 nachgewiesen. Richen liegt an einer alten Handelsstraße. Die „Herberg zu Richen“ wurde bereits 1456 urkundlich erwähnt, aus der der heutige Gasthof „Löwen“ entstand.
In der Ortsmitte sind zahlreiche historische Fachwerkhäuser – Wohn- und Wirtschaftsgebäude – erhalten, die teilweise bis ins 16. und 17. Jahrhundert zurückdatieren.
Im ehemaligen Farrenstall wurde 2000 das Bauernmuseum eröffnet. Einige so genannte Modellhöfe aus dem 18. und 19. Jahrhundert findet man längs der Hauptstraße. Auch ein Renaissance-Torbogen mit neipperg’schem Wappen von 1597 ist hier aufgestellt.
Der überwiegend von der Landwirtschaft geprägte Ort entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten immer mehr zu einer Wohngemeinde mit städtischem Flair. Durch die Baugebiete „Am Fischersrain“, „Heiligenberg“ und „Leimengrube“ erfuhr der Ort viele Zuzüge und somit auch eine Änderung des bekannten Alltags.
1900 wurde die Bahnstrecke Steinsfurt-Eppingen eröffnet. Richen wird nun im Stundentakt durch Regionalbahnen angefahren, die zweistündlich von Heidelberg durchgebunden werden. Seit 2009 ist die Strecke in das Netz der S-Bahn Rhein-Neckar integriert. Durch die gute Verkehrsanbindung zur A6 sowohl in Richtung Fürfeld als auch Steinsfurt ist das Bauerndorf Richen zentral gelegen. Als einziger Stadtteil sind wir durch die S-Bahn Rhein-Neckar auch auf der Schiene mobil.
Tradition und Vereinsleben bestimmen den Charakter des Stadtteils Richen. Rund um das Bauernmuseum findet alle zwei Jahre ein Handwerkermarkt statt. Zusammen mit den örtlichen Vereinen steigt alle vier Jahre das Richener Straßenfest mit einem vielbeachteten historischen Umzug entlang der Endgasse und rund um das Rathaus. Mostfest sowie Aufführungen unseres „Speckmärbsles“-Theaters sind weitere Höhepunkte. 2007 wurde in Zusammenarbeit mit Land, Stadt/Stadtteil, Heimatverein und den Mostfreunden der Streuobstlehrpfad mit einer Länge von 1,8 km am Heilbronner Berg angelegt.
Die größten Vereine wie Turnerbund 1910 Richen, Musikverein Harmonie, Heimatverein und DRK-Ortsverein bestimmen durch große Aktivitäten unser kulturelles Leben im Stadtteil. Stolz sind wir auf unseren größten Gewerbebetrieb, die Gropyus Production Richen GmbH, der den Stadtteil Richen weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt gemacht hat.
Verwaltungsstelle
Ortsvorsteher
Giselbert Seitz
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Sprechzeiten
- Montag: 07:00 Uhr bis 09:00 Uhr
- Donnerstag: 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Termine & Veranstaltungen
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Offizielle Schlüsselübergabe für „Wache 6“ in Richen
Erstelldatum12.03.2026
Feuerwehrabteilung Richen freut sich über modernisierte Räume
Mit einem kräftigen Händedruck, viel Applaus und einem sichtlich zufriedenen Blick auf frisch gestrichene Wände und neue Tore wurde am Mittwoch um 17 Uhr in der Fahrzeughalle Richen ein wichtiges Kapitel Stadtgeschichte abgeschlossen: Die offizielle Übergabe des modernisierten Feuerwehrgerätehauses samt Zweitgebäude „Wache 6“ an die Freiwillige Feuerwehr Eppingen - Abteilung Richen.
Zahlreiche Gäste waren der Einladung gefolgt –Mitglieder des Gemeinderates und des Ortschaftsrates mit Ortsvorsteher Giselbert Seitz, Vertreter der beteiligten Firmen sowie viele Richener Bürgerinnen und Bürger. Im Mittelpunkt standen jedoch die Kameraden der Abteilung Richen mit ihrem Abteilungskommandanten Jens Gebhard und natürlich Stadtkommandant Thomas Blösch mit seinem Stellvertreter Alexander Schmid. In seinem Grußwort betonte Oberbürgermeister Klaus Holaschke die besondere Struktur der Feuerwehr in Eppingen: „In Eppingen ist vieles mal sieben“, sagte er mit einem Schmunzeln – und meinte damit die sieben Abteilungen in den Stadtteilen. Sieben Standorte bedeuteten eben auch sieben Mal Infrastruktur, Ausstattung und Fahrzeuge – und damit sieben Mal Investitionsbedarf. Nach Rohrbach, Kleingartach und Adelshofen sei nun auch Richen „für die Zukunft gerichtet“. Dabei, so der OB, würden die Ortsteilwehren keineswegs stiefmütterlich behandelt. Vielmehr brauche ein flächendeckender Bevölkerungsschutz starke Einheiten in allen Stadtteilen. Angespannte Haushaltslagen verlangten jedoch pragmatische Lösungen – und genau eine solche sei in Richen gefunden worden. Der OB erinnerte an die große Bevölkerungsschutzübung im Mai 2025, bei der rund 600 Menschen im gesamten Stadtgebiet im Einsatz waren. Solche Szenarien zeigten, wie wichtig funktionierende Strukturen, abgestimmte Konzepte und moderne Infrastruktur seien – gesellschaftlich, verwaltungsseitig und bei den Blaulichtorganisationen. Dennoch darf es keine Denkverbote für Strukturveränderungen und mögliche Zusammenschlüsse geben“, gab Oberbürgermeister Holaschke mit auf den Weg.
Die räumliche Lösung in Richen ist zweigeteilt: Das modernisierte Bestandsgebäude mit Fahrzeughalle bleibt Herzstück des Einsatzbetriebs. Direkt gegenüber wurde Ende 2023 das ehemalige Volksbankgebäude erworben und zur „Wache 6“ umgebaut. Bereits im Sommer 2025 konnten die neuen Sozialräume bezogen werden – ein entscheidender Zwischenschritt, um das Gerätehaus im laufenden Betrieb grundlegend zu erneuern. Bürgermeister Peter Thalmann schilderte die baulichen Details mit sichtbarem Respekt vor der Komplexität des Projekts. Aus ehemaligen Bankräumen mit Tresorsockel, alten Installationen und überholter Technik entstanden moderne WC-Anlagen, eine großzügige Edelstahlküche und ein funktional aufgewerteter Mannschafts- und Schulungsraum. Präsentationstechnik mit Beamer und Leinwand sorgt künftig für zeitgemäße Fortbildungen. Im Gerätehaus selbst wurde nahezu kein Stein auf dem anderen gelassen: Neue Rolltore, umstrukturierte Räume, Duschen, WCs, Schmutzschleuse, Funkraum sowie große und kleine Umkleiden schaffen klare Funktionsbereiche. Neue Bodenbeläge, erneuerte Elektroinstallation, moderne Spinde und eine abgehängte Decke für flexible Leitungsführung machen das Gebäude fit für kommende Jahrzehnte. Dass ein solches Projekt selten geradlinig verläuft, zeigte der Blick hinter die Kulissen: Unerwartet verlaufende Abwasserrohre, Wurzeleinwuchs im Kanal, Wassereintritt in der Schmutzschleuse und statische Überraschungen bei Abbrucharbeiten verlängerten die Bauzeit. Selbst die Frage einer möglichen Dachsanierung wurde intensiv geprüft. Am Ende entschied man sich für eine vorbereitende Lösung – das Dach bleibt dicht, eine spätere Sanierung ist jedoch baulich vorbereitet. Auch bei der Wärmeversorgung wurde ein pragmatischer Kompromiss gefunden: Klimageräte übernehmen künftig einen Teil der Heizfunktion, unterstützt durch die vorhandenen Nachtspeicheröfen in Spitzenzeiten. Die Kostenprognose liegt bei rund 250.000 Euro – 180.000 Euro für das Gerätehaus, 70.000 Euro für die Wache 6. Fördermittel in Höhe von rund 67.000 Euro aus der Feuerwehrförderung sind beantragt. Die Hälfte der Grunderwerbskosten für die ehemalige Volksbankfiliale wurden aus dem Sanierungsprogramm des Landes bezuschusst. Doch jenseits der Zahlen wurde deutlich, worum es wirklich geht: um verlässliche Rahmenbedingungen für mehr als 30 aktive Feuerwehrangehörige, zehn Mitglieder der Altersmannschaft und sechs Jugendliche. Besonderer Dank galt Stadtkommandant Thomas Blösch stellvertretend für die Gesamtwehr, der Abteilung Richen mit Jens Gebhard an der Spitze sowie allen Kameradinnen und Kameraden für Geduld und Engagement während der Bauphase. 700 Arbeitsstunden hat die Richener Feuerwehr im Zuge der Sanierung ehrenamtlich geleistet.
Auch der Gemeinderat für den Erwerb des Zweitgebäudes, die Hochbauabteilung und die beteiligten Fachfirmen wurden ausdrücklich gewürdigt. Nach den offiziellen Worten folgte ein Rundgang durch die neuen Räume und spätestens beim Blick in die frisch ausgestattete Mannschaftsküche war klar: Hier ist mehr entstanden als nur zusätzlicher Raum. Mit der modernisierten „Wache 6“ verfügt Richen nun über einen Standort, der Technik, Teamgeist und Zukunftsfähigkeit verbindet und damit über beste Voraussetzungen, wenn es darauf ankommt.




