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Ein ehemaliges Gefängnis wird Begegnungsstätte
Erstelldatum25.08.2026
Wo früher Gefangene untergebracht waren, soll künftig Begegnung stattfinden: Der historische Rathauskeller in Mühlbach wird derzeit zu einer modernen und zugleich denkmalsensibel gestalteten Begegnungsstätte umgebaut. Im November 2024 hatte der LEADER-Verteilerausschuss die Förderung des Projekts bewilligt. Für die Sanierung sind Kosten in Höhe von rund 130.000 bis 140.000 Euro vorgesehen.
In den vergangenen vier Wochen hat sich auf der Baustelle viel getan. Den Baufortschritt präsentierten die Projektverantwortlichen bei einem Besichtigungstermin zu dem auch die Lokalpresse eingeladen war.
Direkt am ehemaligen Haupteingang wurde begonnen ein Podest zu errichten, das künftig als Bühne genutzt werden kann und gleichzeitig einen ebenerdigen Zugang ermöglicht. Auch die Elektroinstallationen sind weit vorangeschritten. Leitungen wurden sowohl im Boden als auch in eigens dafür geschaffenen Schlitzen in der Sandsteinwand verlegt. Diese werden anschließend wieder fachgerecht geschlossen. Bei den Arbeiten zeigt sich immer wieder, wie wichtig es ist, die historische Bausubstanz mit den heutigen Anforderungen in Einklang zu bringen. So wurde der alte Bestand an die neuen Gegebenheiten angepasst. Beim Bodenbelag fiel die Entscheidung auf Vollziegel. Diese Wahl trägt insbesondere dem Feuchtigkeitseintrag des Sandsteinmauerwerks Rechnung und verbindet eine robuste Lösung mit einem passenden Erscheinungsbild. Das Verlegen der Ziegel im historischen Fischgrätverband ist mittlerweile zu großen Teilen abgeschlossen. Auch die Fliesenarbeiten im Sanitärbereich sind inzwischen fertiggestellt.
Doch das Projekt ist weit mehr als eine reine Sanierungsmaßnahme. Bereits während der Bauphase ist eine Gemeinschaft entstanden. Rund 25 Helferinnen und Helfer engagieren sich mit großem persönlichem Einsatz für die neue Begegnungsstätte. Dabei wird nicht einfach die Arbeit erledigt: Vieles entsteht in Eigenleistung, mit großem handwerklichem Können, Herzblut und viel Liebe zum Detail.
„Das eigentliche Ziel, einen Ort für Begegnung und Gemeinschaft zu schaffen, ist eigentlich schon jetzt erreicht“, so Ortsvorsteher Jörg Fundis, der die Maßnahme federführend begleitet. Denn auf der Baustelle entstehen nicht nur Räume, sondern auch neue Kontakte und Verbindungen. Menschen, die bislang kaum Berührungspunkte hatten, kommen miteinander ins Gespräch und bringen ihre unterschiedlichen Erfahrungen und Fähigkeiten ein. Besonders wertvoll ist dabei die große handwerkliche Expertise innerhalb der Gruppe. So bringen erfahrene Handwerker ihr Wissen und ihre Fertigkeiten nach dem Prinzip der „alten Schule“ mit ein.
Die enge und unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung wird von den Projektbeteiligten im Gespräch ausdrücklich hervorgehoben. Auch die Abstimmungen mit dem Denkmalamt, insbesondere im Zusammenhang mit den notwendigen Wanddurchbrüchen, verliefen reibungslos.
Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten werden drei restaurierte Räumlichkeiten für öffentliche Veranstaltungen, Vereinsarbeit und gemeinschaftliche Aktivitäten zur Verfügung stehen. Damit entsteht im Herzen von Mühlbach ein neuer Ort der Begegnung, der nicht nur die Ortsmitte beleben, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsentwicklung des Stadtteils leisten soll.
Das Projekt „Ein ehemaliges Gefängnis wird Begegnungsstätte“ wird finanziert mit Mitteln der Europäischen Union. Der Umfang der Förderung beträgt maximal 70.308 Euro in Abhängigkeit der Baukosten. Mit dieser Maßnahme wird die Zusammenarbeit der Bevölkerung vor Ort und die Initiierung, Organisation und Umsetzung von Projekten zur nachhaltigen Entwicklung in ländlichen Gebieten („LEADER-Region“) unterstützt. Damit wird ein Beitrag zum spezifischen Ziel SO8 (dynamische ländliche Entwicklung) im GAP-Strategieplan Deutschland geleistet.



