Aktuelles
Berichte der Kultur-, Bildungs-, Sport- und Freizeiteinrichtungen
Erstelldatum05.08.2025
Die Kultur-, Bildungs-, Sport- und Freizeiteinrichtungen haben in der Stadt Eppingen einen hohen Stellenwert und sind ein wichtiger Faktor für die Gemeinschaft und Zusammenarbeit dar. Im Rahmen der Verwaltungsausschusssitzung am 1. Juli wurden die Tätigkeitsberichte der einzelnen Institutionen dem Gemeinderat zur Kenntnis gegeben. Aufgrund der Vielfältigkeit und der Wertschätzung gegenüber den Einrichtungen möchten wir über die Sommerferien auf die einzelnen Tätigkeitsberichte näher eingehen und über die Einrichtungen und Ihr Wirken, insbesondere im vergangenen Jahr berichten.
Teil I: Museen und Stadtarchiv
Museen der Stadt Eppingen
Die Museen der Stadt Eppingen blicken auf ein ereignisreiches Jahr 2024 zurück. Im Tätigkeitsbericht für 2024 wird deutlich: Die Museen sind lebendige Orte der Begegnung, Bildung und Kultur – getragen von großem Engagement und neuen Ideen.
Im Mittelpunkt des Berichts steht die eindrucksvolle Gesamtbesucherzahl des Stadt- und Fachwerkmuseums von 4.212, die belegt, wie groß das Interesse an den vielseitigen Angeboten ist. Besonders beliebt war die Mitmach-Ausstellung „Zeitreise mit KRA“, die Kindern auf spielerische und kreative Weise Geschichte näherbrachte. Auch 66 Führungen wurden bis Ende März 2024 durchgeführt – ein Beleg dafür, wie stark die Museen als Lern- und Erlebnisräume angenommen werden.
Ein Glanzpunkt des Jahres war zweifellos das 28. Künstlerfahnenfestival, das erneut bewies, wie Kunst und Stadtraum auf inspirierende Weise miteinander verschmelzen können. Hier präsentierte Peter Riek, Künstler und ehemaliger Museumsleiter der Stadt Eppingen, seine Werke. Ergänzt wurde das Künstlerfahnenfestival durch eine Ausstellung weiterer Werke von Peter Riek unter dem Titel „Zeichnungen drinnen und draußen“ in der Galerie des Rathauses. Nicht nur während der Ausstellung von Peter Riek, sondern auch darüber hinaus, war und ist die Galerie im Rathaus ein Ort lebendiger Kunstbegegnungen: So stellte die neue Museumsleiterin Sarah Lehnert ihre Werke, die im Rahmen ihrer Diplomarbeit entstanden sind, aus.
Die Planungen für das zukunftsweisende Projekt einer „Museumswerkstatt“ im Nebengebäude der Alten Universität wurden auch in 2024 angestoßen. Dabei sind mittlerweile eine Mal- und Bastelwerkstatt sowie eine Holz- und Tonwerkstatt entstanden – ein kreativer Lern- und Begegnungsort, der vor allem die Bedürfnisse von Schulen und Kindertageseinrichtungen im Blick hat. Hintergrund ist hier auch der ab 2026 geltende Ganztagesbetreuungsanspruch, der einen Bedarf an Nachmittagsangeboten erfordert. Die Museumswerkstatt wird mit Sicherheit in Zukunft ein wichtiger Baustein, um kulturelle Bildung in den Alltag von Kindern und Jugendlichen zu integrieren.
Die Museen der Stadt Eppingen bleiben damit ein offener Ort, der Vergangenheit und Zukunft miteinander verbindet, Menschen zusammenführt und die kulturelle Identität unserer Stadt stärkt.
Stadtarchiv - Vielfältige Aufgaben – wertvolle Arbeit im Dienst der Geschichte
Ein bedeutender Schwerpunkt der Arbeit lag 2024 auf der Übernahme und Sicherung von Archivalien. Insgesamt konnten 12 laufende Meter neuer Unterlagen ins Archiv übernommen werden, der Großteil davon aus den Aussonderungen der Verwaltungsstellen Mühlbach und Adelshofen sowie der Stadtkasse. Besonders hervorzuheben ist die Digitalisierung und Archivierung von Briefen des Pfarrers Emil Thoma, die dieser während seiner Inhaftierung im KZ Dachau zwischen 1941 und 1945 verfasste. Die heute im Privatbesitz befindlichen Schreiben wurden so dauerhaft für die Forschung und Nachwelt gesichert.
Auch die Archivbibliothek erfuhr einen erfreulichen Zuwachs: 26 neue, antiquarisch erworbene oder geschenkte Bücher und Fachzeitschriften ergänzen nun den Bestand und stehen Interessierten zur Verfügung. Das Stadtarchiv war 2024 ein stark frequentierter Ort für Forschende und Geschichtsinteressierte: 19 einzelne Benutzer nutzten das Archiv an insgesamt 32 Tagen, hinzu kamen 37 Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften vom Hartmanni-Gymnasium Eppingen. Anfragen zu den Standesregistern – insbesondere Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden – blieben auf einem konstant hohen Niveau, vor allem durch private Familienforscher und Erbenermittler.
Über die Archivarbeit hinaus engagierte sich Stadtarchivarin Petra Binder intensiv im Museumsnetzwerk Kraichgau, insbesondere bei der Vorbereitung der Wanderausstellung „Gerechter Zorn? – 500 Jahre Bauernaufstand im Kraichgau“, die im Januar 2025 in Sinsheim als erste Station eröffnet wurde. Ab Mitte September befindet sich die Ausstellung in der Galerie des Alten Rathauses in Eppingen.
Auch das Straßenfest in Richen wurde durch das Stadtarchiv bereichert: Die Ausstellung „Fotos aus Richener Familienalben“, die zahlreiche Familienporträts aus dem 19. Jahrhundert zeigte, zog viele Besucherinnen und Besucher an.
Zu den besonderen Projekten des Jahres gehörte das Anbringen von historischen Hinweistafeln an zwölf Gebäuden in Elsenz sowie die Vorstellung ehemaliger Gaststätten in Richen, die durch das Format „Halbe nach 5“ der Heimatfreunde Eppingen vorgestellt wurden. Das 200-jährige Jubiläum des Rathauses wurde von der Archivarin mit einer historischen Präsentation im Rahmen des Tages des offenen Denkmals gewürdigt.
Mit großem Engagement leitete Petra Binder auch wieder die Stolperstein-AG des Hartmanni-Gymnasiums. Mit insgesamt fast 50 Schülerinnen und Schüler und ihren Lehrkräften wurden, nach einer Einführung in die Archivarbeit, die Biografien jüdischer Bürgerinnen und Bürger vorbereitet und aufgearbeitet. Die Arbeit und deren Präsentation mündete dann in der dritten Stolpersteinverlegung die in einem festlichen Rahmen am 18. Juli 2024 stattfand.


