Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wir erleben derzeit auch in Deutschland eine Situation, wie sie den meisten von uns bisher nicht bekannt war. Das Thema Coronavirus ist allgegenwärtig und dominiert auch die Arbeit Ihrer Stadtverwaltung. Dennoch ist Ihre Stadt Eppingen jederzeit für Sie erreichbar. Wir sind sowohl im Rathaus als auch in den Verwaltungsstellen telefonisch, per Mail, per Facebook und Twitter für Sie da. Wir haben von Beginn an belastbare Strukturen erarbeitet: dazu habe ich den internen Verwaltungsstab vor 14 Tagen um Ärzte, unter der Leitung von Dr. Stefan Linke, dem Leiter des Polizeireviers Eppingen, Herrn Fred Walko, und den Stadtkommandanten unserer Freiwilligen Feuerwehr, Herrn Thomas Blösch, erweitert. Ich möchte Ihnen nachstehend in sechs Kategorien Näheres zur aktuellen Situation in Eppingen berichten:

1.  Maßnahmen zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger

Mit dem Erlass der Verordnungen des Landes Baden-Württemberg, des Landkreises Heilbronn und ergänzend durch die Stadt Eppingen tragen wir dem Schutz der Bevölkerung Rechnung.

Bereits mit Verfügung des Oberbürgermeisters vom 21. März haben wir das Betretungsverbot auf öffentliche Plätze ab drei Personen erlassen. Für Eppingen war bedeutsam, dass mit der Infektionskette, aufgetreten in einer Arztpraxis in Eppingen, eine Häufung beziehungsweise der Verdacht von mehreren infizierten Personen bestand. Im Nachhinein hat sich die Maßnahme als richtig erwiesen.

Seit Freitag, 27. März, ist auch ein Pflegeheim in Eppingen vom Coronavirus betroffen. Das Gesundheitsamt als zuständige Behörde hat gemeinsam mit dem Träger des Pflegeheims und in Abstimmung mit der Stadt Eppingen als Ortspolizeibehörde sofort reagiert und die entsprechenden Maßnahmen eingeleitet.Diese beiden besonders gelagerten Fälle, die aber bei weitem nicht nur in Eppingen auftreten, zeigen für mich, dass es derzeit nur ein richtiges Vorgehen gibt:

  • vermeiden Sie soziale Kontakte,
  • halten Sie sich an die vorgegebenen Regeln.

Oder, um es noch deutlicher zu sagen: Sie können mit Ihrem Verhalten Leben retten – das Eigene und das Ihrer Mitbürger.

2. Konkrete Maßnahmen zum Schutz unserer Bevölkerung

In der Sitzung des Gemeinderats am vergangenem Dienstag habe ich über die Beschaffung von Schutzausrüstung berichtet. So haben wir als Stadtverwaltung Vorsorge getroffen im Bereich der Schutzausrüstung für Hilfskräfte, unter anderem für unsere Freiwillige Feuerwehr. Darüber hinaus habe ich die Beschaffung von 300 Betten angeordnet, um bei einer Verschärfung der Pandemie in dezentralen Versorgungszentren vorbereitet zu sein. Wir prüfen derzeit, welche Örtlichkeiten dies in Eppingen sein könnten.

Das Finanzvolumen beläuft sich auf rund 220.000 Euro. Falls wir die Schutzausrüstung am Ende des Tages in dieser beschafften Anzahl nicht benötigen, finden sich Abnehmer beziehungsweise steht für die Zukunft bereit.

3. Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Sicherstellung des Dienstbetriebes

Wie bereits erwähnt, können Sie sich auf telefonischem oder elektronischem Wege per Mail jederzeit an Ihre Stadtverwaltung wenden.

Eingeschränkt läuft der Betrieb in allen Dienststellen. So habe ich auch zum Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Schichtplan erarbeiten lassen. Somit können wir weitgehend gewährleisten, dass sich in Büros mit zwei und mehr Mitarbeitern die Kolleginnen und Kollegen nicht persönlich begegnen. Die Maßnahmen dienen auch der Vorsorge, dass wir auch in absehbarer Zeit eine leistungsfähige Verwaltung haben.

4. Betretungsverbote und Schließung der öffentlichen Einrichtungen bestehen fort

Die erlassenen Betretungsverbote, die Schließung aller öffentlichen Einrichtungen, angefangen von unseren städtischen Sport- und Kulturhallen, unseren Bädern, den Büchereien und der Volkshochschule dauern, an. Mit einer Lockerung ist frühestens nach den Osterferien zum 20. April zu rechnen.

Die Notbetreuung in unseren Kindertagesstätten und der Grundschule wurde ausgeweitet. So können jetzt mehr Personen in systemrelevanten Berufen eine Notbetreuung in Anspruch nehmen. Die Stadt Eppingen hat von Beginn an die Betreuung dezentral organisiert. Somit können die Kleinsten und die Grundschüler in ihrer gewohnten Umgebung betreut werden.

5. Wirtschaft

Die aktuelle Situation schränkt nicht nur das gesellschaftliche Leben gravierend ein, sondern hat darüber hinaus unmittelbare wirtschaftliche Folgen für eine Vielzahl unserer Betriebe. Es ist mir daher ein besonderes Anliegen, Sie in dieser herausfordernden Zeit für die zahlreichen Angebote der Eppinger Geschäftswelt zu sensibilisieren. Viele Betriebe verfügen über eigene Onlineshops oder bieten einen komfortablen Abhol- und Lieferdienst an.

Lassen Sie uns gemeinsam verantwortungsbewusst und achtsam agieren, um die Vielfalt in unserer Stadt zu bewahren. Besorgen Sie die Dinge des täglichen Bedarfs bei Ihrem Bäcker oder Metzger vor Ort, erwerben Sie Gutscheine bei Ihrem Händler oder Gastronomen des Vertrauens und helfen ihm damit durch die Krise. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, unsere Betriebe - egal welcher Branche - zu unterstützen.

Respekt und Anerkennung richte ich an alle am Wirtschaftsleben Beteiligten mit ihren Beschäftigten, ob dem Ein-Mann/Frau-Betrieb oder den Großbetrieben in unserer Stadt. Wir können im Einzelfall nur erahnen, vor welchen Herausforderungen Sie aktuell stehen. Wenn Ihre Stadtverwaltung, wenn ich etwas mit meinem Team dafür tun kann, lassen Sie uns das bitte wissen.

6. Dank und Appell

Einen großen Dank möchte ich der überwiegenden Zahl unserer Bürgerinnen und Bürgern aussprechen, die sich nach unseren Beobachtungen an das Betretungsverbot halten. Ein weiter großer Dank geht an unsere Freiwillige Feuerwehr um Stadtkommandant Thomas Blösch. Sie haben eine Strategie erarbeitet und beispielsweise den Hauptteil der Bürgerinformation durch Lautsprecherdurchsagen am Samstag, 21. März, organisiert.Ich kann Ihnen versichern, dass unsere Feuerwehr auch bei einer Verschärfung der Situation sowohl materiell, aber auch personell gut aufgestellt ist.

Danken möchte ich dem Polizeirevier vor Ort um Revierleiter Fred Walko für die umsichtige und vertrauenswürdige Zusammenarbeit. Meine Kritik an der Personalausstattung der Polizei, so zuletzt in der Heilbronner Stimme am Samstag, 28. März, zu lesen, geht nicht an die einzelnen Polizistinnen und Polizisten vor Ort. Es fehlt nach wie vor an Personal und Ausstattung unserer Polizei.

Nicht zuletzt sage ich danke den Ärztinnen und Ärzten, federführend Herrn Dr. Stefan Linke als Notarzt, der uns zeitnah über aktuelle Entwicklungen und die Situation vor Ort in Eppingen informiert. Danke sage ich meinem Team im Rathaus, dem Leiter der Ordnungsbehörde, Herrn Günter Brenner mit seinem Team, sowie allen Beschäftigten unserer Stadt und allen Menschen in den Eppinger Betrieben, die maßgeblich daran beteiligt sind, dass wir die Krise meistern werden.

Abschließend meine dringende Bitte: Halten Sie sich konsequent an die getroffenen Maßnahmen. Wir brauchen jeden Einzelnen, um für den Nächsten da zu sein. Wenn jetzt in dieser Zeit auch nicht durch körperliche Nähe und Kontakt, sondern eben auf anderem Wege.

In jeder Krise liegt eine Chance. Packen wir die Chancen, die sich uns auftun, konsequent und solidarisch an.

Alle aktuellen Informationen und neuen Entwicklungen zum Thema Coronavirus bekommen Sie über die aufgeführten Links auf der städtischen Homepage www.eppingen.de sowie über die Bürger-App.

Bleiben Sie gesund und achten Sie auf sich und Ihre Mitmenschen.

Ihr

Klaus Holaschke

Oberbürgermeister

Eppingen, den 2. April 2020

Coronavirus
Brief des Oberbürgermeisters