Umgang mit den Nilgänsen am Badesee Mühlbach und der Nutria-Plage im Stadtgebiet

Am Badesee Mühlbach hat sich zwischenzeitlich ein Nilganspaar mit neun Jungtieren angesiedelt. Die Verkotung der kurzgemähten Grünflächen und die Verunreinigung des Badegewässers wird von der Bevölkerung sehr kritisch gesehen. In der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates am 30. Juni informierte die Verwaltung über die Möglichkeiten zur Bekämpfung oder Vergrämung der Nutrias, Bisamratten und Nilgänse.

Vertreiben der Nilgänse
Die Nilgans ist ursprünglich ein Brutvogel des afrikanischen Kontinents. Weil die Winter immer wärmer werden, überwintern die Vögel hierzulande immer öfter und legen dann bis zu zweimal im Jahr Eier. Nilgänse sind Wildgänse und unterliegen dem Jagdrecht. Für sie gilt eine Schonzeit vom 16. Januar bis 31. August. Erst danach dürfen die Vögel durch den Jagdpächter geschossen werden. Eine Vergrämung, also das dauerhafte Verscheuchen der Nilgänse, ist eher schwierig, weil sich die Wildtiere im Bereich der Badeseen sehr wohl fühlen.

Bekämpfung von Nutrias und Bisamratten
Nutrias unterliegen ebenfalls dem Jagdrecht und genießen somit eine Schonzeit vom 1. März bis 31. Juli. Nach dem Tierschutzgesetz dürfen Nutrias nur von Personen getötet werden, die die dafür notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten haben. Dagegen gelten Bisamratten als Schädlinge und unterliegen nicht dem Jagdrecht. Sie dürfen ganzjährig bekämpft werden. Die Stadt setzt einen Bisamjäger auf Entschädigungsbasis ein, der die für den Fang erforderlichen Schulungen und die Kenntnisse besitzt. Die Bekämpfung der Nutrias im Innenbereich wird dadurch erschwert, dass die Fallen spätabends aufgestellt und in den frühen Morgenstunden kontrolliert beziehungsweise wieder abgebaut werden müssen, damit keine Personen gefährdet sind. 2020 läuft die Schwerpunktbekämpfung entlang der Elsenz. Die stetig wachsenden Populationen der Nutrias stellen für den Bisamjäger eine große Herausforderung dar.

Bekämpfung von Ratten
Für die Rattenbekämpfung in der öffentlichen Kanalisation beauftragt die Stadt Eppingen eine Fachfirma. Die Bekämpfung erfolgt punktuell und nach Bedarf, bis kein Befall mehr festgestellt wird. Eine präventive und vollflächige Bekämpfung im Kanalnetz ist aus Gründen des Umweltschutzes seit 2013 nicht mehr erlaubt. Aktuell hat die Stadt eine Fachfirma entlang der Frauenbrunnerstraße, Elsenzstraße und dem Postweg mit der Rattenbekämpfung beauftragt. Im Jahr 2019 wurden für die Rattenbekämpfung 10.700 Euro aufgewendet.