Mehr Platz für den Hochwasserschutz

Übergabe Bewilligungsbescheid über rund 675.000 Euro für die Flurneuordnung Eppingen/Gemmingen (Elsenzauen)

Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch hat am 26. Juni den Förderbescheid für die Flurneuordnung der Elsenzauen an die Teilnehmergemeinschaft übergeben. „Damit leistet das Land einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung eines aktiven Hochwasserschutzes und zum Schutz der Bevölkerung“, sagte die Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Friedlinde Gurr-Hirsch MdL. Ziel der Flurneuordnung sei es, die Flächen für die Umsetzung des dortigen Hochwasserrückhaltebeckens durch Flächentausch zur Verfügung zu stellen. Das Rückhaltebecken dient dem Schutz der Ortslage Richen und der weiteren Unterliegergemeinden und wird durch den Zweckverband Hochwasserschutz Einzugsgebiet Elsenz-Schwarzbach geplant und gebaut. „Zudem wird der landwirtschaftliche Hauptwirtschaftsweg, der auch Teil des überregional bedeutsamen Elsenztalradwegs ist, auf einer Länge von rund 1,4 Kilometer modernisiert und aus dem zukünftigen Einstaubereich des Rückhaltebeckens verlegt“, freute sich Oberbürgermeister Klaus Holaschke. Durch den Ausbau des Elsenzradweges auf eine Breite von 3,5 Meter wird ein gefahrloser Begegnungsverkehr zwischen Landwirtschaft, Fußgängern und Radfahrern möglich. „Das ist besonders in Hinblick auf die im nächsten Jahr stattfindende Gartenschau wichtig,“ betonte Bürgermeister Peter Thalmann. Weiterhin seien umfangreiche ökologische Maßnahmen für die Erhaltung der Natur- und Kulturlandschaft geplant. Eine knappe Million Euro wird die Maßnahme kosten. Land und Bund fördern mit 675.000 Euro, 250.000 Euro fließen aus der Stadtkasse Eppingen und 60.000 Euro übernimmt der Zweckverband Hochwasserschutz.
Der Zweckverband Hochwasserschutz Elsenz-Schwarzbachtal will im Oberlauf der Elsenz zwischen der Kernstadt Eppingen und dem Stadtteil Richen ein neues Rückhaltebecken bauen, das Schutz vor einem 100-jährlichen Hochwasser bietet. Dazu ist eine Flurbereinigung notwendig, die der Zweckverband bereits 2015 beim Landkreis Heilbronn beantragt hat. Weil der überplante Bereich für das neue Becken auf den Gemarkungen Eppingen und Stebbach liegt, mussten auch die Gemeinderäte beider Kommunen zustimmen.
Das für die Flurbereinigung vorgesehene Gebiet umfasst 130 Hektar und ist damit deutlich größer, als der für die eigentliche Baumaßnahme benötigte Bereich. Weil sich das Plangebiet für den Hochwasserschutzdamm aber im Besitz unterschiedlicher Akteure befindet, wurde das Gebiet für die Flurneuordnung großzügig bemessen. So soll sichergestellt werden, dass auch private Grundstücksbesitzer wie Landwirte durch Grundstückstausch Ausgleichsflächen in der Nähe ihrer ursprünglichen Flurstücke bekommen können. Grundstückseigentümer im Überschwemmungsgebiet sind neben den Gemeinden Eppingen und Gemmingen auch die Bundesrepublik, das Land Baden-Württemberg, die Deutsche Bahn und einige Privatbesitzer. Durch Grundstücktausch und Flurneuordnung sollen die Elsenzauen in öffentliches Eigentum gebracht werden, nicht zuletzt, um über die für Renaturierungs- und Ausgleichsmaßnahmen benötigten Flächen verfügen zu können.

Übergabe Bewilligungsbescheid über rund 675.000 Euro für die Flurneuordnung Eppingen/Gemmingen (Elsenzauen)
Übergabe Bewilligungsbescheid über rund 675.000 Euro für die Flurneuordnung Eppingen/Gemmingen (Elsenzauen)