Fortschreibung der Kindergartenbedarfsplanung


Die Verwaltung informierte den Gemeinderat in der öffentlichen Sitzung am 28. April über die fortgeschrittene Kindergartenbedarfsplanung sowie über Angebote, Kinderzahlen und die geförderten Träger. Momentan kann die Stadt Eppingen alle gesetzlichen Ansprüche auf einen Kindergartenplatz decken, weil in den vergangenen Jahren die Anzahl der Plätze ausgebaut wurde. Die Stadt bietet insgesamt 1.067 Betreuungsplätze, davon 172 im Krippenbereich und 895 im Kindergartenbereich über die Gesamtstadt verteilt. Davon belegt waren vor der Corona-Pandemie 160 Plätze in Krippen und 780 von Kindern über drei Jahren. Der Bedarf der Eltern tendiert zur Ganztagesbetreuung bzw. Gruppen mit verlängerten Öffnungszeiten. Die Regelgruppen erscheinen inzwischen nicht mehr zeitgemäß, was sich an der geringen Auslastung zeigt. Steigend ist auch der Bedarf an Krippenplätzen und der Wunsch der Eltern auf Fremdbetreuung im frühkindlichen Alter. Der Gesetzgeber verlangt, dass die Kommunen ausreichend KiTa-Plätze zur Verfügung stellen. Der Rechtsanspruch gilt ab dem ersten Lebensjahr des Kindes. Der Anspruch muss allerdings sechs Monate vorher bei der Kommune artikuliert werden. Dabei gilt eine Kommune wie die Stadt einschließlich der Stadtteile als Einheit. Grundsätzlich ist den Eltern daher zuzumuten, einen Kindergartenplatz in einem anderen Stadtteil anzunehmen. Trotz der rechtlichen Situation bemühen sich die Stadt und die verschiedenen Träger, allen Wünschen der Eltern und Bedarfssituationen gerecht zu werden und den Bedarf vor Ort zu decken. Die Kindergartenbedarfsplanung finden Sie im Ratsinformationssystem.
Aktuelle Informationen zur Online-Platzvergabe
Im Oktober wurde das Elternportal „Little Bird“ zur Online-Platzvergabe in Betrieb genommen. Seither können sich die Eltern bequem von Zuhause aus über die einzelnen Einrichtungen informieren und eine Platzanfrage online stellen. Bereits in dieser kurzen Zeit hat sich das System für die Einrichtungen und ihre Träger bewährt, da es einen genauen Überblick über die Anfragen und bereits bestehende Verträge bietet. Auch können Mehrfachanmeldungen und Überschneidungen bei der Zusage freier Betreuungsplätze vermieden werden.
Ferienbetreuung
Geplant ist in den Pfingst- und Sommerferien eine Ferienbetreuung für Kinder der Klassen 1 bis 4 in der Grundschule im Rot bzw. alternativen Räumen anzubieten. Offen ist, ob diese Ferienbetreuung durch die Corona-Krise zulässig ist. Eine Bedarfsabfrage bei den Eltern für die Pfingstferien hat bereits stattgefunden. 13 Kinder sind für eine Betreuung angemeldet worden.
Situation der Tagesmütter
Aufgrund der Vorgaben der Corona-Verordnung dürfen auch Tagesmütter keine Betreuung anbieten. Um einen Notbetreuungsplatz geltend zu machen, sind die gleichen Vorgaben wie in den Kindertagesstätten zu erfüllen. Der Landkreis Heilbronn koordiniert die Tagesmütter in Eppingen, die in ihrer Tätigkeit Solo-Selbstständig sind. Das Landratsamt prüft aktuell, ob Solo-Selbstständige einen Anspruch auf die aktuellen Hilfs- und Förderprogramme aufgrund der Corona-Pandemie haben. Die Förderung des Landratsamtes von 5,50 Euro pro Stunde für Kinder ab drei Jahren und 6,50 Euro pro Stunde für Kinder zwischen einem und drei Jahren werden vom Landratsamt unter Vorbehalt aktuell weiterbezahlt.
Umwandlung einer Regelgruppe im Katholischen Kindergarten Rohrbach
Im Katholischen Kindergarten Rohrbach gibt es derzeit eine Krippengruppe für zehn Kinder, zwei Gruppen mit je 22 Kindern und verlängerten Öffnungszeiten sowie eine Kleingruppe für zehn Kinder mit Regelöffnungszeiten. Für die Regelbetreuung ist praktisch keine Nachfrage mehr vorhanden. In der Zeit zwischen 14 und 16 Uhr besuchen maximal ein bis drei Kinder den Kindergarten, an vielen Nachmittagen erscheint überhaupt kein Kind. Dennoch müssen am Nachmittag zwei Erzieherinnen vorgehalten werden. Der Gemeinderat stimmte daher dem Antrag der Katholischen Kirchengemeinde und des Kindergartens zu, die Regelgruppe in eine Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten umzuwandeln. Gleichzeitig wird aus der Kleingruppe eine volle Gruppe für insgesamt 22 Kinder. Die kurzfristige Schaffung von zwölf weiteren Betreuungsplätzen ist durch den ohnehin steigenden Platzbedarf durchaus sinnvoll. Durch die Umwandlung der Kleingruppe im Regelbetrieb in eine Vollgruppe mit verlängerten Öffnungszeiten ist der personelle Mehrbedarf von 0,45 einer pädagogischen Fachkraft auszugleichen. Die Mehrkosten hierfür belaufen sich auf ca. 30.000 Euro pro Jahr. Nach der vertraglichen Vereinbarung verbleiben Kosten in Höhe von 92 Prozent (ungefähr 27.600 Euro) bei der Stadt Eppingen.