Abschluss des Interessenbekundungsverfahren Windenergie – RWE renewable Energy erhält Zuschlag

Der Gemeinderat hat in der öffentlichen Sitzung am 14. Mai der „RWE renewable Germany“ einstimmig den Zuschlag erteilt, auf eigene Kosten im Eppinger Hardwald bis zu sechs Windkraftanlagen bauen und die dazu nötigen gemeindeeigenen Waldflächen pachten zu dürfen. Nach der nun erfolgten Vergabe an den Projektierer wird es zeitnah separate Informationsveranstaltungen und sogenannte Energieforen geben, in denen Experten, Projektierer und Naturschutzverbände auf Detailfragen unter anderem zur Errichtung, zur Technik, zum Betrieb sowie zu den ökologischen Auswirkungen der Anlagen Rede und Antwort stehen werden. Der Gemeinderat hielt damit an seiner bisherigen Linie fest. In der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats am 23. Januar hatte der Gemeinderat beschlossen, für eine Flächenkulisse im Hardwald ein sogenanntes Interessenbekundungsverfahren durchzuführen. Für das Interessenbekundungsverfahren wurde ein Arbeitskreis aus Vertretern der Fraktionen und der Verwaltung gebildet, fachlich begleitet von der Kommunalberatung Rheinland-Pfalz GmbH, die seit Jahren Erfahrung mit solchen Verfahren hat. Von den 13 angeschriebenen Unternehmen gaben letztlich fünf ein Angebot ab. Bei der Bewertung der Angebote erhielt die „RWE renewable Germany“ 98,8 von 100 möglichen Punkten und lag damit mit großem Abstand vorne. Der Projektierer hat hinsichtlich der vorgegebenen Kriterien Wertschöpfung vor Ort, Betreiberkonzept und Windparklayout sowie Wirtschaftlichkeit überzeugt. Die RWE-Tochtergesellschaft plant, sechs Windräder in der südlichen Hälfte des Hardwaldes außerhalb des FFH-Gebiets zu bauen. Im weiteren Genehmigungsverfahren können sich noch Änderungen hinsichtlich der genauen Standorte ergeben. Von Seiten der vier Fraktionen im Gemeinderat gab es einhellige Zustimmung zur Vergabe sowie den Appell, dass sich die Stadt Eppingen auf den Weg machen müsse, erneuerbare Energien auszubauen und aktiv Windenergieflächen in die Planungen des Regionalverbandes Heilbronn-Franken einzuspeisen. Weiterhin wurde hervorgehoben, dass der Hardwald die logische Verlängerung des geplanten Windparks am Heuchelberg sei, damit für eine Konzentration von Windenergieanlagen im westlichen Landkreis Heilbronn sorge und damit gleichzeitig eine ungeordnete Verteilung von Windenergieanlagen im regionalen ländlichen Raum vermieden werde. Im Rahmen des Interessenbekundungsverfahrens hat die RWE-Tochter erklärt, sämtliche Bau-, Beratungs- und Planungskosten zu übernehmen, eine finanzielle Beteiligungsform für die Bürger zu schaffen und auch die Gemeinde am Stromertrag zu beteiligen. An Pachteinnahmen wird mit 250.000 Euro pro Anlage und Jahr gerechnet. Hinzu kommen verschiedene Einmalzahlungen und weitere Einnahmen von etwa 30 000 Euro pro Anlage und Jahr aus der Stromerzeugung. Pro Windrad muss etwa ein halber bis ein ganzer Hektar Wald gerodet werden. Diese Flächen werden in derselben Größe wieder aufgeforstet.
Gemäß dem Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetz Baden-Württemberg und dem Windenergiebedarfsflächengesetz soll in den Regionalplänen bis spätestens 30.09.2025 das Flächenziel von 1,8 Prozent der Regionsfläche für die Windenergie festgelegt werden. Für die Festlegung und möglichst gleichmäßige und faire Verteilung von Windenergiegebieten ist der Regionalverband Heilbronn-Franken zuständig. Der Gemeinderat und die Stadtverwaltung haben sich aus diesem Grund gemeinsam auf den Weg gemacht, die geeignetsten Flächen auf Eppinger Gemarkung zu identifizieren. Sofern das Flächenziel zur Ausweisung von 1,8 Prozent der Regionsfläche zu Windenergiegebieten bis zum Stichtag in 2025 erreicht wird, sind Windenergieanlage, beispielsweise durch private Investoren, nur noch im Einzelfall zulässig. Mit der Meldung von Potenzialflächen behält die Stadt Eppingen damit die Steuerungsmöglichkeiten, kann auf die Planungen des Regionalverbandes einwirken und so der fremdbestimmten Verortung von Anlagestandorten entgegenwirken.

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