Waldrundfahrt des Gemeinderates

Gemeinderat informierte sich über den Zustand des größten kommunalen Waldes im Landkreis Heilbronn

Ausgangspunkt der diesjährigen Waldbegehung des Gemeinderates war das Hugo-Koch-Stadion in Eppingen. Unter der fachkundigen Führung von Forstdirektor Martin Rüter und seinen beiden Revierleitern Michael Meny (Revier Birkenwald) und Jürgen Stahl (Revier Ottilienberg) wurde den Stadträten die tägliche Arbeit der Forstverwaltung im Eppinger Stadtwald erläutert. Ebenfalls mit dabei war der Leiter des Kreisforstamtes im Landratsamt Heilbronn, Christian Feldmann, der über das laufende Kartellrechtsverfahren und die geplante Forstverwaltungsreform informierte. „Die bewährten Strukturen der Forstverwaltung werden gehörig durcheinandergewirbelt“, berichtete Feldmann. Ein umfangreiches Programm mit vielen Informationen aus erster Försterhand hatten die Eppinger Gemeinderäte bei ihrer gemeinsamen Waldrundfahrt zu absolvieren. Die städtischen Waldarbeiter Wolfgang Lackner, Sebastian Hildenbrand und Marco Jenne führten mit modernster Technik vor, wie die Holzernte effektiv erfolgt. Kaum drei Minuten dauerte es, bis eine 120 Jahre alte Buche mit präzise gesetzten Schnitten der Motorsäge gefällt war. Was die Planzahlen der zehnjährigen Forsteinrichtung angeht, liegt der Eppinger Kommunalwald absolut im Soll. 13.500 Festmeter werden jährlich geerntet. Gleichzeitig arbeiten die Forstleute daran, den Wald durch gezielten Einschlag neu aufzubauen. Im Eppinger Stadtwald wachsen 48 der insgesamt 50 in ganz Baden-Württemberg gezählten Baumarten, berichtete Jürgen Stahl voller Stolz. Aber die steigenden Temperaturen und die fehlenden Niederschläge im Sommer setzen manchen Baumarten ziemlich zu. Vor allem die Fichte ist zu schwach, um Schädlinge wie den Borkenkäfer noch abwehren zu können. Als Nadelbaumarten, die mit den gestiegenen Temperaturen zurechtkommen, bleiben die Weißtanne und die nordamerikanische Douglasie. Auch das Eschensterben hält unvermindert an, veranschaulichte Forstdirektor Rüter. Die Esche hat immerhin zehn Prozent Anteil im Kommunalwald. Beim Abschluss im Clubhaus des VfB Eppingen wurde die forstwirtschaftliche Fragerunde eingeleitet. Für die Stadtkasse bleibt am Ende eines Forstjahres meist ein sechsstelliger Betrag übrig. Den Waldhaushalt 2018 stellt Forstdirektor Rüter dem Gemeinderat am 24. Oktober vor. Abschließend bedankten sich Oberbürgermeister Holaschke und die Gemeinderäte herzlich für die informative Waldrundfahrt bei den Forstexperten. 

Dienstag, 26. September 2017 08.22 Uhr