Einstellung von zwei Integrationsmanagern für den Verwaltungsraum Eppingen–Gemmingen–Ittlingen

Aufgrund der gestiegenen Anzahl geflüchteter Menschen ist die Integrationsarbeit in den Kommunen sehr vielfältig. Um die kommunale Integrationsarbeit erfolgreich fortzusetzen, beschloss der Gemeinderat in seiner Sitzung am 26. September, zwei Stellen für Integrationsmanager zu schaffen. Schwerpunkt ist die langfristige Integration der im Verwaltungsraum wohnhaften Geflüchteten im Zuge der Anschlussunterbringung.

Die beiden Stellen werden zunächst befristet auf zwei Jahre ausgeschrieben. Das Land fördert die Personalaufwendungen für diesen Zeitraum mit 64.000 Euro für Personen mit Hochschulabschluss und mit 51.000 Euro pro Jahr für Personen mit mittlerem Bildungsabschluss. Außerdem beschloss der Gemeinderat die weitere finanzielle Unterstützung der Ökumenischen Flüchtlingshilfe Eppingen mit einem Zuschuss von 5.000 Euro pro Jahr.

Bereits 2011 hat die Stadt Eppingen begonnen, die kommunale Integrationsarbeit durch die Integrations- und Seniorenstelle ISE zu etablieren. Ergänzend mit der Ökumenischen Flüchtlingsarbeit entstand seit Oktober 2015 mit ehrenamtlichen Arbeitskreisen ein Integrationsnetzwerk. Dabei können die Kommunen in Baden-Württemberg bei ihrer Integrationsarbeit durch das Land mit Förderprogrammen unterstützt werden. Bereits in Anspruch nimmt die Stadt Eppingen das Programm „Gemeinsam in Vielfalt – Lokale Bündnisse für Flüchtlingshilfe“. 2016 wurde die Stelle der Integrations- und Flüchtlingsbeauftragten Andrea Schwanz durch die Projektförderung des Ministeriums für Integration eingerichtet. Die Finanzierung ist auf drei Jahre befristet. Die Anschlussfinanzierung erfolgt ab 2019 vollständig aus Eigenmitteln der Stadt.

Pakt für Integration des Landes

Neu hinzu kommt jetzt der Pakt für Integration des Landes mit den kommunalen Landesverbänden und der Einstellung von Integrationsmanagern. Antragsberechtigt sind alle Städte und Gemeinden sowie die Landkreise. Die Konzeption des Landratsamtes Heilbronn sieht vor, die Integrationsmanager für den gesamten Landkreis organisatorisch dem Landratsamt zuzuordnen und den Arbeitsplatz in Büroräumen der Gemeinschaftsunterkünfte anzusiedeln. Das Landratsamt strebt eine gemeinsame und zentrale Struktur für den Landkreis an, insbesondere da für viele kleinere Kommunen keine Vollzeitstelle geschaffen werden kann. Integrationsmanager können aber auch bei den Kommunen angestellt werden. Der Gemeinderat stimmte mehrheitlich der Einstellung von zwei Integrationsmanagern für den Verwaltungsraum mit einer Befristung auf zwei Jahre angepasst an die Landesförderung zu. Die dezentrale Einrichtung eines Integrationsmanagers bei der Stadt ermöglicht eine eigenständige Steuerung und Koordination des Integrationsmanagements. Zudem verfügt Eppingen als eigenständige Ordnungs- und Sozialbehörde mit dem Ausländer- und Sozialamt bereits über wichtige Fachämter und Anlaufstellen für die fallorientierte Ausrichtung des Integrationsmanagements. Abgelehnt hat der Gemeinderat den Antrag der SPD-Fraktion, zur finanziellen Entlastung der Stadt auf die Schaffung der beiden Stellen zu verzichten und die Integrationsmanager organisatorisch dem Landratsamt Heilbronn zuzuordnen.


Hintergrund

Integrations- und Seniorenstelle ISE

Zu den Aufgaben der ISE gehören u.a. die Entwicklung von Netzwerken und neuer Angebote, die Organisation von Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising, Vermittlung sowie organisatorische und strukturelle Hilfen im Bereich Migration / Integration (z.B. zu den Themen Sprache, Ausbildung/ Arbeit, Angebote für Ehrenamtliche), die Koordination der ehrenamtlichen Arbeitskreise sowie die Unterstützung der ökumenischen Flüchtlingsarbeit.


Ökumenische Flüchtlingshilfe
Die Ökumenische Flüchtlingshilfe in Trägerschaft der Evangelischen Kirchengemeinde Eppingen wurde im Oktober 2015 mithilfe der Projektförderung in Höhe von 15.000 Euro über das Förderprogramm „Gemeinsam in Vielfalt – Lokale Bündnisse für Flüchtlingshilfe“ des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg eingerichtet. In einer zweiten Förderrunde in 2016 wurden dem Lokalen Bündnis in Eppingen erneut Mittel in Höhe von 15.000 Euro bewilligt. Als Projektpartner sind neben der evangelischen Kirche, die katholische und evangelisch-methodistische Kirche, die Vineyard-Gemeinde sowie die Frauenrunde International, der Arbeitskreis Asyl, die Stadt Eppingen und der Landkreis Heilbronn beteiligt. Ab 2018 muss die Finanzierung der Ökumenischen Flüchtlingshilfe vollständig aus Eigenmitteln erfolgen, da keine weiteren Komplementärmittel aus Landesförderprojekten verfügbar sind. Durch das erfolgreich aufgebaute und gut funktionierende Netzwerk sowie durch die äußerst positive Wirkung ihrer Arbeit ist die Ökumenische Flüchtlingshilfe ein sehr wichtiger Akteur und fester Bestandteil des Integrationsmanagements in Eppingen. Der Gemeinderat beschloss unisono, das erfolgreiche Projekt der Ökumenischen Flüchtlingshilfe weiterhin mit einem städtischen Zuschuss von 5.000 Euro jährlich zu unterstützen.

Die ausführlichen Beratungsunterlagen finden Sie hier im Ratsinformationssystem.

Internetveröffentlichung: 04.10.2017

Mittwoch, 4. Oktober 2017 09.57 Uhr