Lange Kleinkunstnacht „Promeniere“ im Rahmen der Heimattage Baden-Württemberg in Eppingen
Rund 650 begeisterte Zuschauer strapazierten ihre Lachmuskeln bei der viereinhalbstündigen „Langen Kleinkunstnacht“ am Samstag abend in der Hardwaldhalle.
Aus ganz Baden-Württemberg kamen die Kabarettisten angereist, um in Eppingen eine einzigartige Galashow zu präsentieren.
Florian Schröder moderierte in Florian Silbereisen Manier und ließ so kein Wehmut über das an diesem Abend verpasste Sommerfest der Volksmusik aufkommen. Er brillierte im Laufe des Abends als Oettinger-Parodist oder als genialer Gastgeber in „Ottis Schlachthof“.
Till Hoheneder lief als Alfredissimo alias Alfred Biolek zu großer Form auf. Christoph Sonntag nahm den schwäbischen Alltag aufs Korn, erklärte den demographischen Wandel und die Erbschaftsteuer an einer Flip-Chart und wünschte sich mittlerweile kein Date mehr mit der Miss World, seitdem Angela Merkel diesen Titel innehat.
Der Mannheimer Bub Bülent Ceylan nahm die erste Sitzreihe insbesondere „Mampfred“ mächtig auf die Schippe, den er minutenlang „brunsen“ wähnte, während der gemütlich hinten am Stehtisch sein Bier genoss. In frecher Manier zog er über seine türkische Kultur her und freute sich riesig, als er einen Stammesbruder im Publikum entdeckte.
Nach der Pause trumpfte das „Erste deutsche Zwangsensemble“ mit politischem Kabarett auf. Auch debattierten sie als typische Politiker noch um Grundsätzliches, während vor ihren Augen ein Kind imaginär ertrinkt. Rolf Miller, der Kaiser des Halbsatzes, versetzte das Publikum in eine typische Stammtischrunde, erzählte von seinem Kumpel Achim, einem Lottogewinner, der die Hälfte seines Vermögens mit Autos und Frauen verjubelte und die andere Hälfte verprasste. Sein Programm rundeten bauernschlaue Weisheiten ab, wie „wäre die Katz ein Pferd, würde man die Bäume hochreiten können“.
Das Improvisationstheaterensemble Improvisite, baute die „Gleichberechtigung“ auf Zuruf genial in ihren Programmteil ein. Auch die gespielte ganzkörperbezogene Gebärdensprache am Rande einer simplen Unterhaltung riss die begeisterten Zuschauer schlicht aus ihren Sitzen.
Die a capella Truppe FÜENF schloss den Kabarettabend gekonnt ab, indem sie frech-witzige Texte auf bekannte Melodien wiedergaben – eine neue Baden-Württembergische Nationalhymne war geboren: „Mir im Süden“.





