Lange Nacht der Mundart
3 Spielstätten – vielfältiges Programm – Begeisterung beim Publikum und bei den Künstlern
Was sich alles hinter dem weit gefassten Begriff „Mundart“ verbergen kann, erlebten die rund 250 Besucher der „langen Mundartnacht“ am vergangenen Freitag.
Badisch u. alemannisch war zu hören im Schwanensaal. Beim ersten Durchgang um 19.30 Uhr waren die 165 Plätze fast vollständig besetzt. Thomas Heitlinger und Harald Hurst gemeinsam auf der Bühne – Szenen aus dem Alltag – verpackt ins Badische – Genuss pur.
Dritter Gast im Schwanensaal, der aus der Nähe von Freiburg angereiste Uli Führe. Uli Führe brachte melancholisch, jedoch in mitreisender Art, tolle musikalische Stilblüten auf seiner Gitarre. Es gab Besucher die so begeistert waren, dass sie sich vom Programm gar nicht lösen konnten und bis zum Schluss dort sitzen blieben. Im letzten Set steigerten sich Harald Hurst und Uli Führe gegenseitig, so dass die Zuschauer trotz später Stunde auf eine Zugabe nicht verzichten wollten, die zusammen mit Thomas Heitlinger auch gerne gegeben wurde.
War der Besuch in der „Alten Uni“ beim ersten Durchgang noch verhalten, so platze sie beim zweiten Drittel fast aus den Nähten. Sigrid Früh, die bekannte Sagen- u. Märchenforscherin im gemeinsamen Programm mit dem Duo Aurezwicker, das den Besuchern u.a. die kleinste schwäbische Maßeinheit „das Muggaseggele“ erklärte aber auch kritische Texte wie beispielsweise der Beitrag zur Gesundheitsreform zum Besten gab.
Mit Eheproblemen, wie sie nicht nur in schwäbischen Haushalten vorkommen, setzte sich das Duo Glufamichl auseinander und erntete manche Lachsalve.

Im Ahnenkeller der Palmbräu, der Dichter Hanno Kluge. Mit nachdenklichen, hintergründigen Texten, in Begleitung des Gitarrenvirtuosen Toni Tauscher versetzte er das Publikum in seinen Bann. Aber auch die Texte und Lieder von Toni Tauscher, wie beispielsweise das geschilderte Elend seines Russischunterrichts fesselten die Besucher.

Richtige Stimmung brachte das Duo Semsagrebsler. 2 Damen mit einem Sammelsurium an Musikinstrumenten, dazu eine Bandbreite an musikalischen Stilen, lösten bei den Besuchern wahre Beifallsstürme aus.
Drei Spielstätten mit kurzweiligem Programm von 19.30 Uhr bis 0.15 Uhr. Hatte sich einer der Künstler im Vorfeld die Frage gestellt, ob denn nach Mitternacht überhaupt noch jemand zuhören würde. Am frühen Samstagmorgen eine klare Antwort: Ja, sehr viele Besucher waren noch ganz Ohr und nicht wenige hoffen, dass sich ein solcher Abend auch außerhalb der Heimattage einmal wiederholen lässt.
Großes Lob gab es seitens der Künstler denn auch für das aufmerksame und mitgehende Eppinger Publikum.
Wenn ihr eine Neuauflage plant – wir kommen gerne wieder, so der allgemeine Tenor.



