Landesfesttage der Heimattage Baden-Württemberg, Eppingen erlebt Rekordbesuch
Die Landesfesttage im Rahmen der Heimattage Baden-Württemberg erlebten von Donnerstag bis
Sonntag mit der Medaillenverleihung, SWR-DanceNight, Ausstellungen, Stadtführung, Midnight Ladies,
Weltmeisterschaften im Fahnenhochwerfen, Oldtimer-Corso, Jahrgangstreffen, Nachtschwärmermusik,
ökumenischer Gottesdienst, Landesfestzug etwa 50.000 Zuschauer.
Das ist ein absoluter Besucherrekord für die 1022 Jahre alte Stadt Eppingen. Organisator Manfred
Staub „Alleine beim Landesfestzug am Sonntagmittag säumten nach Schätzungen der Polizei nahezu
40.000 Zuschauer die Innenstadt entlang des Festzugweges. Auch dies ist ein neuer Eppinger
Rekord.“ Selbst die Baden-Württemberg-Tage im Mai wurden damit noch übertroffen.
Vor dem Festzug gab es bei den Verantwortlichen noch große Sorgen, weil finstere Wolken über
Eppingen zogen. Doch das Wetter war den Eppingern erneut hold. Beim Landesfestzug strahlte die
Sonne über Eppingen.
Erich Birkle, Vorsitzender des Landesausschusses für Heimatpflege: „Habt Ihr Eppinger auch noch
einen Wettervertrag mit dem Himmel abgeschlossen?“ Um 13.15 Uhr startete der Landesfestzug beim
ehemaligen Krankenhaus, angekündigt durch Böllerschüsse der Schützengesellschaft Eppingen und
angeführt durch die Eppinger Stadtkapelle und Fahnenschwingern. 87 Gruppen mit über 3.000 Aktiven
aus ganz Baden-Württemberg zogen durch den 2,4 km langen Festzugsweg. Trachtengruppen,
Spielmanns-, Fanfarenzüge und Bürgerwehren aus ganz Baden-Württemberg, vom Bodensee,
Oberschwaben, Schwäbische Alb, Markgräflerland, Stromberg, Heuchelberg, Kraichgau und
Hohenlohe. Mit dabei auch Gruppen der Eppinger Partnerstädte aus Wassy (Frankreich), Epping
(England) und Szigetvár (Ungarn). Die Eppinger Organisatoren haben auch eine Neuerung
durchgesetzt. Zur Bereicherung des Landesfestzuges wurden erstmals Themen der Geschichte aus
Baden und Württemberg zugelassen. Und diese wurden von allen Eppinger Stadtteilen in
hervorragender Weise umgesetzt.
Sehr lebhaft präsentiert wurden die Eppinger Beiträge: Der erste Baden-Württemberger „ein
Kraichgauer“ (Kolping Eppingen, Steinzeittrommler Buchen), „die Römer durchqueren den Kraichgau“
(Stadtteil Mühlbach, Kolping Eppingen), „Reformation im Kraichgau“ (Ortschaftsrat und kirchliche
Institutionen Stadtteil Adelshofen), „Bauernkrieg der Eisenhut’sche Haufen“ (Rohrbacher Wicker-
Wacker-Karnevalsfreunde), Eppinger Linien (Turnverein, LandFrauenverein, Reiterverein aus
Eppingen), „Badische Revolution“ (Elsenzer Vereine), „Napoleon ordnet Südwestdeutschland neu“
(Kleingartacher Vereine), „Der badische Großherzog eröffnet die Kraichgaubahn“ (Gemeinderat
Eppingen), „Die goldenen Zwanziger“ (Richener Vereine), „Neue Heimat Baden-Württemberg“
(Nationalitäten aus Eppingen und der Region), wie z.B. Italiener, Spanier, Kroaten, Griechen, Türken,
Portugiesen und Thailänder, der VfB als HSV-Killer.
Um 14.00 Uhr empfing Oberbürgermeister Klaus Holaschke Ministerpräsident Günther Oettinger am
Bahnhof. Der Landeschef wurde mit Kanonenschüssen der Burgwehr Sulzfeld lautstark begrüßt. Die
Ehrengäste fuhren mit einem Oldtimerbus als Nummer sechs im Festzug bis zur Ehrentribüne am Alten
Marktplatz mit.
Immer wieder konnte der Ministerpräsident auf der Ehrentribüne Geschenke der einzelnen Gruppen
entgegennehmen. Nicht fehlen durfte im Festzug der Stolz der Eppinger, nämlich das Fachwerk. Auf
einem Lkw wurde der Fachwerkgiebel des Baumann’schen Hauses gezeigt, dargestellt von der Firma
Mack & Fischer.
Knapp 2 ½ Stunden lang zog der Landesfestzug durch die Innenstadt. Die malerische historische
Altstadtkulisse bot natürlich hierzu einen besonderen Rahmen. Dort filmte natürlich auch das SWR-
Team, das am gleichen Abend im SWR 3 um 20.15 Uhr 90 Minuten lang über den Landesfestzug in
Eppingen berichtete. Sicherlich eine tolle landesweite Werbung für die Fachwerkstadt Eppingen.
Eine große logistische Arbeit steckte in der Organisation des Landesfestzuges: Etwa 40.000 Besucher,
über 3.000 aktive Festzugsteilnehmer mit 87 Gruppen, 150 Einsatzkräfte der Feuerwehr Eppingen –
Gesamtwehr-, 90 Tafelträger der Eppinger weiterführenden Schulen, 70 Festzugsbegleiter der
Rathausbediensteten, 25 Bedienstete waren in der Einsatzleitung tätig, über 30 Polizeibeamte, 60
Helfer und Ärzte des DRK und Rettungsdienstes waren im Einsatz.
Nach dem Landesfestzug erfolgte vor der Ehrentribüne die offizielle Übergabe der Landesfahne von
Oberbürgermeister Klaus Holaschke an Ministerpräsident Günther Oettinger, der diese Landesfahne an
die nachfolgende Heimattagsstadt Ulm, vertreten durch Oberbürgermeister Ivo Gönner, weiterreichte.
Schon auf der Ehrentribüne waren sich die Ehrengäste einig: „Mit dem Landesfestzug sind die
Heimattage Baden-Württemberg in Eppingen gekrönt worden.“
Ministerpräsident Günther Oettinger: „Die Stadt Eppingen hat ein tolles Programm geleistet. Dass es
ordentlich läuft, war uns klar. Aber wie motiviert, mit wie vielen Ideen, mit wie viel Herzblut es lief, war
nicht vorherzusehen. Deswegen hat sich Eppingen im ganzen Land Baden-Württemberg einen guten
Namen gemacht.“ Der Dank des Landesvaters für diesen gewaltigen Kraftakt galt Oberbürgermeister
Klaus Holaschke mit seiner Rathausmannschaft und Herrn Staub an der Spitze, den Eppinger
Vereinen, Schulen, Kirchen und Organisatoren sowie der gesamten Eppinger Bevölkerung, die von
Anfang an bei diesen Heimattagen mitgezogen hat.
Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner: „Die Menschen, die heute dabei waren, gehen von diesem
schönen Fest gerührt wieder nach Hause. Dafür allen Eppingern herzlichen Dank.“
Oberbürgermeister Klaus Holaschke: „Tolle Stimmung, tolle Beiträge. Das ganze Land hat sich
präsentiert, aber auch unsere Stadt als toller Gastgeber, unsere ehemaligen und ausländischen
Mitbürger. Schon in Wertheim habe ich gesagt, dass diese Stadt die Messlatte sehr hoch gelegt hat
und habe zugesagt, dass es unser Ziel ist, diese zu überspringen. Dies ist uns auch gelungen.“
Nach Beendigung des Landesfestzuges und der Fahnenübergabe sangen vor der Ehrentribüne aus
Mühlbach, Kleingartach und Rohrbach das baden-württembergische Heimattagslied unter Leitung von
Dirigent Herbert Kiefer.
Nach Ablauf des Landesfestzuges meinte Erich Birkle, Vorsitzender des Landesausschusses für
Heimatpflege Baden-Württemberg: „Es war eine wunderbare Zusammenstellung aus dem bisherigen
Bereich der Brauchtums- und Heimatpflege. Aber auch die neuen Themen der Geschichte Badens und
Württembergs haben mir gut gefallen.“ Sowohl vor als auch nach dem Festzug traten auf der
Marktplatzbühne Trachten- und Folkloregruppen auf. Auch das Festzelt war nach dem Festzug total
besetzt. Dort traten Stadtkapelle Eppingen, Stadtkapelle Bretten, die Tanz- und Folkloregruppen der
Partnerstadt Szigetvár auf.
Sein Vorgänger, MdL Hans Heinz, sprach schon beim Empfang der Stadt vor dem Festzug in der
Süßmosterei der Stadt Eppingen für den bisherigen Verlauf der Heimattage ein riesen Kompliment aus.
Musikalisch umrahmt wurde dieser Empfang, an dem geladene Gäste, Mitglieder des
Landesausschusses, Groß- und Eventsponsoren, Gemeinderat und zwei Vertreter jeder
Festzugsgruppe vom Musikverein Mühlbach. Dieser spielte auch vor der Marktplatzbühne und
Ehrentribüne bis zum Eintreffen des Festzuges auf.



