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Donnerstag, 17.05.2012

Spaziergang durch das Feuchtgebiet „Stebbacher Wiesen“

Besucher im Feuchtgebiet - Bild vergrößern

Einen informativen Samstagabendspaziergang erlebten die Besucher der Führung „20 Jahre Feuchtgebiet Stebbacher Wiesen“ am vergangenen Wochenende im Stadtteil Richen.

 

Michael Meny, Vorsitzender des örtlichen Heimatvereins und Kenner der Richener Gemarkung, samt Flora und Fauna, führte durch das Feuchtgebiet „Stebbacher Wiesen“.

 

Gelegen in der Elsenztalaue, am viel befahrenen Radweg zwischen Eppingen und Richen, ist es vielen bekannt. In den ersten Jahren nach der Entstehung hatte man beim Vorbeiradeln auch noch uneingeschränkte Sicht auf die Wasserfläche und die sich dort tummelnden Vogelarten. Im Laufe der letzten Jahre wurde das Gebiet immer weniger einsehbar und unzugänglicher.

 

Auf diese natürliche Entwicklung seit der Entstehung vor rund 20 Jahren ging Michael Meny ein:

Seit den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts war das sehr fruchtbare aber periodisch überschwemmte Gebiet durch Entwässerungsmaßnahmen für den Ackerbau nutzbar gemacht worden.

Bei der Flurbereinigung in den Jahren 1975-1986 gelang es, landeseigene Flächen in diesen Bereich zu verlegen, und in Zusammenarbeit mit der Bezirksstelle für Naturschutz ein Feuchtgebiet mit verschiedenen Biotoptypen zu schaffen. Anfangs umfasste das Gebiet 5,3 ha. Mittlerweile ist es auf 13 ha angewachsen.

 

Feuchtgebiet - Bild vergrößern

Die „Bewohner“ der Stebbacher Wiesen haben sich im Laufe der Zeit ebenso verändert wie ihr Bewuchs. In den ersten Jahren tummelten sich auf der oft nur 15 cm tiefen, offenen und damals gut einsehbaren Wasserfläche hauptsächlich Watvögel wie Kiebitz, Bekassine, Grün- und Rotschenkel. Ohne jegliches menschliches Zutun entstand in den letzten 15 Jahren auf einer Fläche von rund 2,5 ha ein natürlicher Auewald der überwiegend mit Eschen und Erlen bewachsen ist. Weitere Teile des Gebietes sind inzwischen mit Weidenbruchwald und Hochstaudenfluren besetzt. Die offene Wasserfläche umfasst jetzt nur noch rund 2,5 ha. Neben den unzähligen Stockenten sind heute Grau-, Purpur- und Silberreiher, Zwergtaucher und Krickenten anzutreffen. Außerdem bietet das Gebiet neben dem Kuckuck, der seine Anwesenheit am Samstagabend ständig Kund tat, auch Heimat für Eisvogel und Pirol. Seltene Vogelarten wie die Beutelmeise und Rohrammer finden im Schilfbereich Lebensraum. Auch Bisam und Biberratte gehören zu den Bewohnern.

 

Zum Abschluss der recht feuchten Wanderung gab’s dann einen wunderbaren Einblick in den Lebensraum „Stebbacher Wiesen“ und alle Teilnehmer waren sich einig, an diesem Abend ein „ganz besonderes Stück Heimat“ erlebt zu haben.

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